Blick in den Krater

Leiterplattenherstellung, so wie mans nicht macht

Wo man im Internet so viele Anleitungen findet wie man Platinen Ätzt , die alle etwas anderes behaupten , schreib ich lieber mal etwas darüber wo die kleinen Fehler liegen die man nicht machen sollte und die mich lange Zeit davon abgehalten haben anständige Platinen hinzukriegen .

Platinenmaterial:
Ich nehm meistens Bungard , kost bei Reichelt auch nicht mehr wie das andere , ist aber etwas besser . Rein theoretisch kann Platinenmaterial "verderben" , bei Standartmaterial angeblich schon nach einem Jahr . Rein Praktisch hab ich auch schon 5 Jahre altes Standartmaterial erfolgreich belichtet...


Vorlage/Layout:
Das Layout ist das letzte woran man sparen sollte , kein Papier das mit Nähmaschinenöl durchsichtig gemacht wurde , am besten überhaupt kein Papier das mit irgendetwas durchsichtig gemacht wurde . Perfekt ist Folie bedruckt mit einem Laserdrucker , auch gut ist spezielle Overheadfolie für Tintenstrahldrucker mit guter Auflösung und viel Tinte bedruckt .
Das Layout sollte immer so ausgedruckt werden das die bedruckte Seite später auf der Platine liegt , man sollte die Dicke so einer Folie nicht unterschätzen .
Außerdem sollte man immer 2 Vorlagen übereinander kleben um anständige Ergebnisse auch bei großen Kupferflächen zu bekommen .
Die goldene Regel ist , je besser die Vorlage , desto weniger Probleme hat man später .
Vorlage Scheiße , Alles Scheiße .

Belichten:
Das Belichten ist eigentlich (wie gesagt,bei anständigem Layout) keine kritische Sache . Wie schon in hunderten von Anleitungen beschrieben , erst ein Paar Teststreifen machen um zu gucken wie lange man am Besten belichtet . Je nach Lampe und Abstand werden das 30 Sekunden bis 15 Minuten sein . Ob es jetzt ein Baustrahler ist , ein alter Gesichtsbräuner , ein selbstgebauter Belichter oder ein professionelles Gerät , mit was man belichtet ist fast egal , wichtig ist immer nur die gleichmäßige Ausleuchtung der Platine .
Ist die Platine nicht überall gleich gut ausgeleuchtet lassen sich manche Stellen sehr langsam entwickeln , während andere beim Entwickeln schon wegschwimmen .
Falls soetwas passiert sollte man den Abstand der Lampe vergrößern .
Falls man doppelseitige Platinen mit großen Kupferflächen mit einem Baustrahler oder ähnlichem belichten will sollte man die Platine nach der ersten Seite erst gut abkühlen lassen . An den großen schwarzen Flächen wird die Platine nämlich besonders warm , der Fotolack reagiert an diesen Stellen schneller , so das diese Stellen auf der gegenüberliegenden Seite schnell überbelichtet sind .

Entwickeln:
Einer der größten Fehler die man beim Entwickeln machen kann ist ein 20g Beutelchen NatriumHydroxid/Ätznatron (NaOH) beim Elektronikladen für 2-3€ zu kaufen .
Leute , TUT DAS NET !
Das gleiche Zeug kost in der Kilopackung in der Apotheke 8€ ! Und hällt sich ewig , außerdem läßt sich damit auch der verstopfte Abfluß reinigen...
(kein Scherz , Bestandteil von jedem Rohrreiniger)
Sonst ist das auch nicht so kritisch , ich dosiere das Zeugs immer nach Augenmaß .
Für eine größere Platine (Doppelseitige Europlatine) sollten es aber schon 1-2Liter Entwickler sein , sonst kriegt man ein Paar Probleme weil die Lösung fast verbraucht ist bevor die Platine fertig ist .
Man kann den Entwickler auch etwas warm machen , aber nicht zu warm und auch nicht zu stark ansetzen , schlimm ist dsa zwar net , aber dann muß man sich beim Entwickeln halt beeilen . Je stärker und wärmer , desto schneller gehts halt .


Ätzen:
Eisen-III-Chlorid ist eine einzige Sauerei , sollte man sich nicht antun . EKELHAFT !
Besser ist Natrium-/Ammoniumpersulfat .

Wenn man eine einfache Platine mit großen Leiterbahnen und Abständen ätzen will ist das relativ simpel , Platine in die Säure , warten , ein Bißchen hin- und herschaukeln , fertig .
Wenns genau werden muß wegen kleinen Leiterbahnen und Abständen , dann sollte das Ätzen schnell gehn , also die Säure sollte warm und am Besten frisch sein . Außerdem sollte die Säure in Bewegung sein , also am Besten Schale hin- und herschwenken oder ein Ätzgerät benutzen das Luft einbläst oder die Säure aufsprüht .


Wenn man diese Dinge alle befolgt sollte es nicht so schwer sein eine anständige Platine hinzukriegen . Ich hoffe ich hab irgendwem damit geholfen .
Aber ich bin nicht der Ätz-Papst , macht Eure eigenen Fehler und Erfahrungen und gebt diese weiter , irgendwem werden sie sicher nützlich sein....

Comments

Hey,

das ist ja cool... aber wie kommst auf das Thema? Gib es zu, du hast mich gestern Nacht abgehört! ;) Genau dieses Thema hatte ich Gestern mit einem Kumpel, da wir in den Ferien mal planen was mit Elektronik zu basteln, allein des spasseshalber...
Werd also sicher auf deine Anleitung zurückgreifen, thx.

mfg

gott hört alles ;P außerdem seh ich was du träumst...

ne ich war gestern selbst mit ner platine beschäftigt

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